Brand statt Strand

Der Sommer 2018 ist nicht nur für Winterliebhaber, Bauern und Verleugner des Klimawandels der Horror. Auch ältere Menschen klagen über Kreislaufbeschwerden und Urlauber im Südwesten Europas leiden unter Temperaturen von bis zu 46 Grad. Auf die anhaltende Trockenheit folgen weltweit zahlreiche Brände, was nicht nur sonnengerötete Haut, sondern vor allem Wälder und Landschaften betrifft.

Wie die vergangenen Jahre verbrachte ich die letzten beiden Juli-Wochen in Portugal. Die Sonne schien, das Eis tropfte und der Atlantik schob zaghaft Wellen in Richtung des Strandes. Braungebrannte Sonnenanbeter lagen dort, füllten stundenlang ihren Vorrat an Vitamin D und hievten nur ihren Oberkörper hoch, sobald schrilles Läuten einen nähernden Eisverkäufer ankündigte. Daraufhin hoben sie ihre sandige Hand, schirmten das Sonnenlicht ab, kniffen beide Augen zusammen und ließen sich anschließend zurück in ihr Handtuch fallen.
Ich wandte den Blick von ihnen ab und wurde nun selbst von der Sonne geblendet, aber in welche Richtung ich mich auch drehte, es war keine Wolke zu entdecken. Eine Woche nach meinem Rückflug erreichte mich jedoch die Nachricht, dass in Portugal inzwischen riesige Wolken zu sehen wären – schwarze Rauchwolken.

Rund um Monchique brach ein Waldbrand aus, wobei das Gebirge Serra de Monchique besonders betroffen war. Der Berg Fóia, welch ironische Anspielung auf „Feuer“, auf den ich vor einer Woche kletterte und eine wunderschöne Aussicht genoss, präsentiert nun die verbrannte, schwarze Erde. Die Eukalyptus- und Pinienwäldern, welche ich kurz zuvor noch betrachtet und fotografiert hatte, fingen aufgrund ihrer leicht öligen Beschaffenheit besonders schnell Feuer und wurden auf einem Gebiet von ca. 27 000 Hektar zerstört, was in etwa der Fläche von Erfurt entspricht.

Erst nach sieben Tagen konnten die letzten Flammen vollständig gelöscht und die Bewohner zurück in ihre Häuser geschickt werden. Insgesamt wurden laut tagesschau.de 41 Menschen verletzt, 22 darunter seien Feuerwehrleute. Trotz der räumlichen Distanz fühlte ich mich persönlich betroffen: Ein Kurort, der mir Entspannung brachte, verwandelte sich für andere Urlauber und Bewohner in eine Gefahrenregion.

Kontakt

Mitteldeutsche Journalistenschule (MJS)
Technikumplatz 17
09648 Mittweida

 

Tel.: +49 (0)3727 58-1681
Fax: +49 (0)3727 58-1439
E-Mail: info@mjs-mw.de